Der zerbrochene Krug

THEATER | ab SO 02.07.2017 | FoolsTheater

Das populäre FOOLS-ENSEMBLE spielt das wohl berühmteste deutsche Lustspiel über Schein und Sein, Recht und Unrecht, Phantasie und Macht in der genialen Bearbeitung des Georg-Büchner-Preisträgers H.C. Artmann – frech, direkt und in Mundart. Bei schönem Wetter wird das Sommerstück zum Freilufttheater auf dem Vorplatz.

  SO | 02.07. | 18.00 Uhr | Karten |   Es gibt noch Karten! | Premiere!
  SA | 08.07. | 20.00 Uhr | Karten |   Es gibt noch Karten!
  SO | 09.07. | 18.00 Uhr | Karten |   Es gibt noch Karten!
  FR | 14.07. | 20.00 Uhr | Karten |   Es gibt noch Karten!
  SA | 15.07. | 20.00 Uhr | Karten |   Es gibt noch Karten!
  DO | 20.07. | 19.30 Uhr | Karten |   Es gibt noch Karten! | Theatertag!
  FR | 21.07. | 20.00 Uhr | Karten |   Es gibt noch Karten!
  SO | 23.07. | 18.00 Uhr | Karten |   Es gibt noch Karten!
regulär: 15 € | ermäßigt: 13 € | Kinder (bis 14): 6 € | Abendkasse: 2 € Zuschlag
Theatertag (20.07.): 12 € | ermäßigt: 10 € | Kinder (bis 14): 6 €
ermäßigt: Kulturkarte, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte


Nach dem Riesenerfolg mit „Der eingebildete Kranke“ in der letzten Spielzeit bringt das Fools-Ensemble nun Heinrich von Kleists Komödie auf die Bühne.

Dorfrichter Adam hat einen schlechten Tag: Er ist ganz lädiert von seinem nächtlichen Ausflug – am Vorabend war er beim Fensterln übel gestürzt und leidet nun unter dessen Folgen – da steht zu allem Übel Revisor Walter vor der Tür. Der möchte, neben Kasse und Registratur, auch noch den Juristen selbst – bei der Ausübung seines Amtes – überprüfen.

Gefördert vom Bezirk Oberbayern

Da bricht Tumult aus: Ganz aufgebracht steht Frau Rull samt Töchterchen Eve und einem zerbrochenen Krug vor der Tür. Sie will beweisen, dass Ruprecht, der Verlobte von Eve, in deren Kammer eingedrungen ist und jene Keramik mutwillig zerschlagen hat. Doch Ruprecht beteuert seine Unschuld und Adam muss dem jungen Mann insgeheim Recht geben: Hat er nicht etwas „scheppern“ gehört, wie er durchs Fenster ist?

Ein wunderlicher Prozess beginnt, wie ihn noch keiner erlebt hat. Zeugen, Beklagte, Klägerin und der Schreiber Lichtl kennen sich bald nicht mehr aus, doch Revisor Walter lässt nicht locker: Er will die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

Bei sonnigem Wetter wird als Freilufttheater auf dem Vorplatz gespielt, bei Regen im FoolsTheater. (Premiere bei jedem Wetter im FoolsTheater.)


Es spielen: Daniel Rasch (Adam, Dorfrichter), Christian Selbherr (Walter, Gerichtsrat), Jochen Geipel (Ferdinand Liechtl, Schreiber), Cathrin Paul (Marthe Rull), Ursula Dillig (Eve, deren Tochter), Judith Heimerl (Brigitte Dimpfl, Bäuerin), Erich Leiter (Ruprecht, deren Sohn), Agnes Kraus (Frau Theresia, eine Alte), Magdalena Hecher (Gretl, Magd) und Andrea Beier (Marie, Magd).

Regie: Lydia Starkulla
Kostüme und Bühne: Ingrid Huber, Lydia Starkulla

Ein herzlicher Dank gilt dem Freien Landestheater Bayern, Sitz Miesbach, für die Leihgabe von Kostümen.

H. C. Artmann, geboren 1921 in Wien, war Poet, Übersetzer, Lyriker und Dramatiker. Er war ein poetisches Urgestein, zerklüftet, himmelstürmend, hin- und hergerissen zwischen der Melancholie und dem Makabren, zwischen wütendem Witz und barocker Allüre. Der Autodidakt wurde zur Autorität, zum „Kurfürstlichen Sylbenstecher“, wie er sich selber hieß; ein selbstironischer Dandy war er auch.

Mit seiner Bearbeitung von „Der zerbrochene Krug“ hat Artmann ein Meisterwerk geschaffen. 1992 hat er den anspruchsvollen Klassiker von 1811 „modernisiert“, ohne ihm das Klassische zu nehmen: Die Figuren sind gleichzeitig historisch und wie aus dem heutigen Leben gegriffen. Die Kleistsche Sprache ist verständlich und flott geworden und da Artmann Kleist sowohl intuitiv als auch intellektuell begriffen hat, ist weder Geist noch Seele des Stückes verloren gegangen. Seine freche „Übersetzung“ in Mundart betont gleichzeitig den Konflikt als auch die Komik des Stückes.

Unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis und dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet, hat H. C. Artmann, 2000 in Wien verstorben, eine stattliche Zahl von Gedicht- und Prosabänden hinterlassen.