5 Fragen an Frank Roberscheuten

10 Jahre KULTUR im Oberbräu – unser Geburtstags-Special im März vereint die zwei international herausragenden Jazz-Formationen Three Wise Men und Echoes of Swing bei zwei Konzerten der Superlative: Am SA 14.03. (20 Uhr) begeistern die Spitzenmusiker mit Let it swing, am SO 15.03. (11 Uhr) mit einem Jazz-Frühschoppen. Mit dabei: Frank Roberscheuten, der Bandleader der Three Wise Men.

Was versprechen Sie sich – und dem Publikum – für die gemeinsamen Auftritte mit den „Echoes of Swing“?

Es gab immer im „Savoy Ballroom“ in New York diese „Big Band Battles“ wo die Bands von Bennie Goodman, Chick Webb, Count Basie und Duke Ellington abwechselnd auf zwei Bühnen spielten. Die Band mit den meisten Tänzern hatte dann gewonnen. Man könnte unser Konzert mit den Echoes Of Swing „The Battle Of The Small Bands“ nennen, weil es zwei kleinere Gruppen betrifft. Ich denke es wird ein schönes Konzert, bei dem wir unsere besten Stücke präsentieren. In diese Zeiten gibt es nicht mehr so viele Swing- Musiker und wir sind alle gute Freunde, die sich respektieren. Die zwei besten Swing Bands von heute treffen sich zum ersten Mal – sehr spannend!

In welcher Location würden Sie gerne einmal konzertieren?

Jede Lokalität hat etwas Eigenes, wie ein Mensch. Ich probiere überall, das zu finden, was uns hilft, besser zu musizieren. Natürlich ist Akustik wichtig für einen Musiker und auch, welches Instrument da ist für den Pianisten. Das Allerwichtigste sind aber die Menschen in dieser Lokalität. Wie ist das Publikum und wie werden wir als Musiker betreut durch den Veranstalter? Wenn ein Musiker sich wohl fühlt, kommt das Beste aus ihm/ihr. Das ist auch der Grund, dass wir jedes Jahr gerne nach Holzkirchen kommen. Mein Wunsch, mal im großen Saal zu spielen – mit einem guten Instrument und einer fantastischen Akustik – wird wahr.

Was ist Ihr Lieblings-Jazz-Standard und warum?

Das ist schwierig zu sagen. Bei Jazz ist nicht so sehr das Material wichtig, also das Stück, sondern wie es gespielt wird. Es gibt von allen Stücken sehr gute und mittelmäßige Ausführungen. In der Jazzgeschichte gab es Stücke, die in allen Stilrichtungen gespielt worden sind. Nimm zum Beispiel „Summer time“ von George Gershwin. Fast alle Leute kennen diese packende Melodie und es gibt so viele gute Aufnahmen von Louis Armstrong bis Miles Davis und Ella Fitzgerald. Das ist das Geheimnis von guten Stücken. Melodien die wir alle kennen und die man in egal welchem Stil aufführen kann.

Wenn Sie auf Tournee sind: Welches Land oder welche Stadt bevorzugen Sie?

Ich liebe Deutschland und die Schweiz, weil alles gut und korrekt organisiert ist. Ich bin gerne entspannt, aber wenn es darauf ankommt ein Konzert zu spielen, was viel Fokus und Konzentration braucht, will ein Musiker zum Beispiel wissen, wann das Konzert beginnt. Die Anfangszeiten sind in manchen Ländern sehr flexibel und ich finde es schwierig, damit umzugehen. Nach Ascona, ein Städtchen im Tessin, komme ich schon seit 1984 jedes Jahr. Dort organisiere ich mein Swing-Festival mit Workshop und war viele Jahren Stammgast auf dem Sommerfestival. Es ist fast meine zweite Heimatstadt. Wenn ich alle Tage, an denen ich da war, zusammenrechne,  komme ich fast auf drei Jahre. 

Was ist nach dem Jazz Ihr bevorzugtes Genre und was hören Sie privat gern?

Manchmal ist man in einer bestimmten Stimmung und sucht die Musik dazu oder umgekehrt hört man Musik, die eine Stimmung erzeugt. Das Geheimnis von Musik sind Klänge, die ein bestimmtes Gefühl hervorrufen. Ich höre jede Musik gerne, die von Menschen gespielt wird. Das klingt komisch, aber es gibt heutzutage so viele Klänge, die aus einem Computer kommen. Ein Instrument gut bespielen ist ein Handwerk, das nur Menschen können. Privat höre ich gerne – neben Jazz – klassische Musik und Volksmusik aus allen Ländern.

Haben Sie einen Lieblingskomponisten – aus dem Bereich des Jazz oder der Klassik? Wer hat Sie am stärksten beeinflusst?

Auch hier ist es wieder schwierig, eine Person zu nennen. Im Jazz bin ich großer Fan von Duke Ellington, der viele Stücke geschrieben hat, die auch heute noch gespielt werden. Wenn ich an Klassik denke, gibt es so viele, etwa Bach, Chopin oder Mahler.