5 Fragen an Melanie Renz

Mit „Drei Männer im Schnee“ gibt die junge und gleichwohl schon sehr erfahrene Regisseurin Melanie Renz ihr Debüt in Holzkirchen. Ab SA 25.01. ist die Erich-Kästner-Komödie im FoolsTheater zu sehen.

Was gefällt dir am Stoff von „Drei Männer im Schnee“?
Das Infragestellen der Milieus. Die Einteilung in „arm“ und „reich“ wird hier durch die Hauptfigur Eduard Tobler aufgebrochen. Ein Stoff, der in unseren Zeiten der Filterblasen kaum aktueller sein kann.

Worauf kommt es dir bei der Inszenierung besonders an?
In erster Linie geht es mir ums „Geschichten erzählen“. Wenn die Charaktere des Stücks es schaffen, das Publikum auf ihre Reise mitzunehmen, dann habe ich schon viel von dem erreicht, was ich mir wünsche. Natürlich ist es umso schöner, wenn der eine oder andere im Publikum sich in einer Rolle wiedererkennt und Dinge für sich reflektieren kann.

Gab es einen besonderen Moment in der Probenzeit, der dir in Erinnerung bleibt?
Da gab es viele – etwa als Frau Casparius so stürmisch über Dr. Hagedorn herfiel, dass dieser plötzlich blutig gekratzt war. Oder als wir an einem überraschend warmen Herbsttag das Fotoshooting für das Plakat hatten und die drei Männer in Mantel und Skianzug schwitzend vorm Theater saßen. Und die geselligen Runden nach den Proben im KulturCafe, die – ganz aus Versehen – auch mal sehr spät bzw. früh wurden….

Was waren die Herausforderungen der Produktion?
Dass ich aus der Kästner-Fassung eine eigene Fassung machen wollte. Das Original spielt in den 1950ern in einem Bergdorf, aber ich wollte es bunter, etwas moderner und mit Holzkirchner Lokalbezug. Und ich habe die Frauen, vor allem die Rolle der Tochter Hilde, etwas pfiffiger angelegt als im Original.

Was war bisher deine für dich wichtigste Regiearbeit?
Jede Arbeit am Theater ist ein Prozess, der mich mehrere Monate begleitet. Die Figuren wachsen mir ans Herz, begleiten mich so gut wie täglich, bis ich sie an der Premiere bzw. Derniere loslassen muss. Deswegen ist jede Produktion etwas Besonderes und Einzigartiges. Aber sehr geprägt hat mich Mozarts „Don Giovanni“. 2018 habe ich das Stück am Bodensee inszeniert.