Gerd Anthoff & Lothar Lägel: Perlen aus dem Schmonzettenmeer


FR 26.10.2018 | 20 Uhr | Literatur & Musik

Der grandiose Schauspieler fischt unbekannte Fundstücke aus dem reichen Schaffen des erfolgreichen Heimatschriftstellers Ludwig Ganghofer, einem Meister der Selbstinszenierung zwischen ländlicher Bodenständigkeit und städtischem Salonvergnügen und somit Mit-Schöpfer des Bayernklischees. Lothar Lägel umrahmt den Abend einfühlsam an der Zither.
FR 26.10.2018 | 20 Uhr | Karten | Es gibt noch Karten
regulär: 24 € | ermäßigt: 21 € | Kinder (bis 14): 6 € | Abendkasse: 2 € Zuschlag
ermäßigt: Kulturkarte, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte

Gerd Anthoff macht den Abend mit seiner unverwechselbaren Stimme und Schauspielkunst zu einem Literaturvergnügen der besonderen Art. Dazu gesellt sich als kongenialer Partner Lothar Lägel, der die Texte mit seiner Zither aufgreift, forterzählt oder auch konterkariert.

„Er hat Perlen gefunden, seltsam geformte, schillernde, berührende. (…) Sie versöhnen mit dem „Heile-Welt-Autor“ und kritiklosen Patrioten; wenigstens, wenn ein Schauspieler wie Gerd Anthoff ihm seine Stimme gibt.“ (Süddeutsche Zeitung)

In seiner Lesung ergründet Gerd Anthoff die gespaltene Persönlichkeit Ludwig Ganghofers. Für ihn ist Ganghofer eine „bayerische Sphinx“, weil Leben und Werk des Heimatschriftstellers höchst unterschiedliche Facetten aufweisen. Einerseits ist er ein außerordentlich erfolgreicher Autor, der die Betrachtung der Natur als literarischen Gegenstand entdeckte, ein Förderer des künstlerischen Nachwuchses, ein begehrter Gesellschafter in Künstlerkreisen. Andererseits ist Ludwig Ganghofer ein Mann mit scheinbar mangelndem politischen Instinkt, Kriegsberichterstatter, der Schöpfer des Bayernklischees, ein Meister der Inszenierung zwischen ländlicher Bodenständigkeit und städtischem Salonvergnügen.

Zum Reinschnuppern: Videos…


Gerd Anthoff gehört zu Deutschlands beliebtesten Charakterdarstellern. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch seine Rolle als der zwielichtige Bauunternehmer Toni Rambold in der TV-Kult-Serie „Der Bulle von Tölz“ bekannt. Aktuell spielt er in der ZDF-Reihe „Unter Verdacht“ an der Seite von Senta Berger den charmant durchtriebenen Kommissariatsleiter Dr. Claus Reiter. Für diese Rolle erhielt er den Grimme-Preis. Darüber hinaus wirkte er mit in erfolgreichen BR-Fernsehserien wie „Löwengrube“, „Die Hausmeisterin“, „Cafe Meineid“ oder „Kaiser von Schexing“. Theaterstationen waren die Münchner Kammerspiele, das Volkstheater und das Gärtnerplatztheater in München sowie die Salzburger Festspiele. Bis 2011 war er Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel. Er arbeitete mit so bedeutenden Regisseuren wie Ingmar Bergmann, Dieter Dorn, Hans Lietzau, Hans Neuenfels und vielen anderen. Gerd Anthoff wurde vielfach ausgezeichnet, etwa mit dem Bayerischen Fernsehpreis, dem Adolf-Grimme-Preis, dem AZ-Stern des Jahres oder dem Bayerischen Verdienstorden.

Lothar Lägel ist in vielen musikalischen Genres zu Hause. Abstecher in die Kleinkunst oder Konzerte mit Volksmusik sind für ihn genauso selbstverständlich wie klassische Musik aller Stilrichtungen. Rabenschwarzer Sarkasmus, hintersinnige Texte, eine voluminöse Gesangsstimme und virtuose Beherrschung des Instruments sind seine Markenzeichen. Der Zither-Virtuose hat es bis heute verstanden, sich gängigen Schubladen zu entziehen und musikalisch einen eigenen Weg zu gehen. Lothar Lägel ist Mitglied der „Münchner Konzertschrammeln“.

Ludwig Ganghofer (1855–1920) war wohl der bayerische Bestseller-Autor des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Bis heute ist er vor allem durch seine Romane wie „Der Jäger von Fall“, „Schloss Hubertus“ oder „Waldrausch“ bekannt, die vielfach in der bayerischen Alpenwelt angesiedelt sind und in effektvoller Weise die Schicksale und Erlebnisse meist einfacher Menschen beschreiben.