Kathrin Hartmann: Die grüne Lüge

SO 18.11.2018 | 11 Uhr | Vortrag | FoolsTheater

Aus der Reihe „Anders wachsen“: In ihrem Buch zeigt die Münchner Journalistin auf, wie Konzerne mittels „Greenwashing“ Kunden ein gutes Gewissen schaffen, ökologische und soziale Probleme dabei in Länder der 3. Welt verschieben und so Ursache für Elend und Flucht schaffen.


SO 18.11.2018 | 11 Uhr | Karten | Es gibt noch Karten
regulär: 12 € | ermäßigt: 10 €
ermäßigt: Kulturkarte, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte

Aus der Zusammenarbeit mit Werner Boote, mit dem zusammen sie das Drehbuch für seinen Kinofilm „The Green Lie“ verfasste, in dem sie auch selbst mitwirkt, entstand dieses aufrüttelnde Buch.

Zum Reinschnuppern: Video…

Greenwashing, also das Bemühen der Konzerne, ihr schmutziges Kerngeschäft hinter schönen Öko- und Sozialversprechen zu verstecken, ist erfolgreicher denn je. Aber jenseits der grünen Scheinwelt schreitet die Zerstörung rapide fort. Laut dem Global Footprint Network lebt die Weltbevölkerung derzeit so, als hätte sie 1,6 Erden zur Verfügung. Würden alle auf der Welt so konsumieren, wie es Menschen in reichen Ländern wie Deutschland tun, bräuchte es 3,1 Erden, um den „Bedarf“ zu decken. Der Verbrauch pflanzlicher, mineralischer und fossiler Rohstoffe hat sich zwischen 1980 und 2010 von 40 auf 80 Milliarden Tonnen verdoppelt. Die Artenvielfalt nimmt ab, Wälder schwinden, Böden degradieren, Emissionen steigen und der Hunger wächst.

Alle wissen das. Trotzdem hält Greenwashing jedweder Aufklärung stand. Je gebildeter die Zielgruppe, je schädlicher das Produkt ist und je absurder das daran geknüpfte Öko-Versprechen, je offensichtlicher also die grüne Lüge ist, desto eher wird sie geglaubt.

Doch die Menschen wehren sich weltweit gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Wie der peruanische Bauer Saúl Luciano Lliuya, der den Energiekonzern RWE vor einem deutschen Gericht verklagt.

„Ein kämpferisches Buch, kein Zweifel – und eine überfällige Aufklärung.“ (Deutschlandfunk)

Kathrin Hartmann, geboren 1972 in Ulm, studierte in Frankfurt/Main Kunstgeschichte, Philosophie und Skandinavistik. Nach einem Volontariat bei der »Frankfurter Rundschau« war sie dort Redakteurin für Nachrichten und Politik. Von 2006 bis 2009 arbeitete sie als Redakteurin bei „Neon“. 2009 erschien bei Blessing „Ende der Märchenstunde. Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt“, 2012 erregte ihr Buch über die neue Armut – „Wir müssen leider draußen bleiben“ – großes Aufsehen. 2015 folgte „Aus kontrolliertem Raubbau“. Kathrin Hartmann lebt und arbeitet in München.