Königs-Perchten

SO 06.01.2019 | 17 Uhr | Singspiel | Vorplatz

Die Erscheinung der Heiligen Drei Könige mit dem Auftritt der Perchten am Dreikönigsfest ist eine Verknüpfung zweier alter Bräuche im Oberland. Im einzigartigen Singspiel der zwölfköpfigen Spiel- und Sängergruppe aus Holzkirchen wechseln sich Perchtentanz, alpenländische Dreikönigslieder, Neujahrswünsche und Drei-Königs-Spruch des Herodes ab. Ergänzt wird die rund 30-minütige Darbietung auf dem Vorplatz des Kulturhauses mit zwei Erzählern und instrumentaler Begleitung.


Eintritt frei

Der im Alpenraum seit dem 16. Jahrhundert bekannte Perchtenlauf zielte auf die Vertreibung des Bösen und des Winters ab. Je nach Region hatten sie Reinheitsvorschriften zu überwachen, die nach altem Volksglauben das Jahresglück der Familien bestimmten. Die lärmenden Glocken und furchterregenden Masken der Perchten stehen symbolisch für das Austreiben des Winters.

Das Fest der drei Weisen aus dem Morgenland wird am 6. Januar begangen. Der Feiertag wurde seit dem ausgehenden Mittelalter in sozial niedrigen Schichten im deutschsprachigen Raum zum Anlass genommen, beim Sternsingen ein Zubrot zu erlangen. Als Könige verkleidet und begleitet vom Sternträger brachten sie dabei Gedichte und Gesang zum Vortrag. Aus jener Zeit stammt auch das in Teilen zur Aufführung kommende wohl älteste Dreikönigslied aus Otterfing, ein deutlicher Hinweis auf das frühe Praktizieren des Brauchtums in unserer Region.

So wie altes Brauchtum durch neues Brauchtum und alter Glaube durch neuen Glauben abgelöst werden, ist es im Singspiel die Rolle der Könige, die Perchten in ihre Schranken zu weisen und damit das Böse zu vertreiben. Die Könige verkünden die Frohe Botschaft und verdrängen damit gleichsam den alten Aberglauben. So ist es sinngerecht, wenn in der letzten der sogenannten Rauhnächte, an Epiphanie dem 6. Januar, die Perchten mit wildem Geläut auftreten, gefolgt und letztlich zurückgedrängt von den Heiligen Drei Königen und ihrem Sternträger.

Die zwölfköpfige Spiel- und Sängergruppe aus Holzkirchen und Umgebung führt dieses einzigartige Singspiel seit über 15 Jahren an verschiedenen Orten im Landkreis Miesbach auf. In dem eindrucksvollen Auftritt wechseln sich Perchtentanz, alpenländische Dreikönigslieder, Neujahrswünsche und Drei-Königs-Spruch des Herodes ab, der aus der bekannten Chronik des Dekans Joseph Imminger aus Holzkirchen stammt. Die Allegorie der Vertreibung des Winters und des Bösen wird aufgegriffen und in Verbindung gebracht mit dem Licht, das durch die Geburt Christi in die Welt kommt.