Sigi Zimmerschied: Heil – vom Koma zum Amok

DO 23.05.2019 | 20 Uhr | Kabarett | Festsaal

Der „Großmeister des Sarkasmus“ und konsequenteste Vertreter des bissigen Kabaretts spielt in seinem neuen Programm einen übellaunigen Alten und spießt dessen Kleinbürgertum genüsslich auf.


Dauer: ca. 140 Min. (inkl. Pause)
DO 23.05 | 20 Uhr | Karten | Es gibt noch Karten
regulär: 24 € | ermäßigt: 21 € | Kinder (bis 14): 6 € | Abendkasse: 2 € Zuschlag
ermäßigt: Kulturkarte, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte

Sigi Heil feiert seinen 65. Geburtstag. Allein. Glückwunschkarten: keine. Das Telefon: stumm. Der Gabentisch: leer. Nur ein kleines Kuvert liegt auf dem Tisch. Noch ungeöffnet. Und Sigi tut das, was er ein Leben lang gemacht hat. Er zerquetscht eine Fliege und feiert sich selbst, spielt sich seine eigene Geburtstagsfeier vor, die fehlenden Gäste, die ausgefallenen Festredner. Gratulanten treten auf – ein Geistlicher, ein Bundeswehrkamerad, seine Ex. Alle lädiert, humpelnd, mit Augenklappe, den Arm in der Schlinge.

Zum Reinschnuppern: Video… („Quirin“ aus „Heil – vom Koma zum Amok“)

Er blickt auf sein verkorkstes Leben zurück. Außer Nasenbeine brechen, Trommelfelle platzen lassen, Katzen vergiften und Singvögel schießen hat er in seinem Leben nichts wirklich gekonnt. Gewalt! Aber ist das nicht auch eine Gabe? Ein Talent? Er trinkt sich das Elend schön. Im Vollrausch öffnet er feierlich das Kuvert…

Sigi Zimmerschied gelingt ein satirisch überzeichnetes Panoptikum mit grandiosen Rollenwechseln und verblüffender Mimik. Ein echter Zimmerschied mit all der Schonungslosigkeit, die ihn seit jeher auszeichnet.

„Es ist dies vielleicht die bisher dämonischste aller Zimmerschied-Figuren, doch noch keines seiner menschlichen Monster hat er so subtil, so gleichzeitig erschreckend und mitleiderregend, ja fast liebenswert gespielt. Wodurch der Zuschauer vom schweren Thema tiefer und direkter berührt wird als üblich. Man erschrickt hier mitunter über sein Lachen angesichts des Grausigen. Wie bei jedem guten Stück darf das Ende nicht verraten werden. Abgesehen vom völlig berechtigten Jubelsturm des Publikums.“ (Süddeutsche Zeitung)


Die Süddeutsche Zeitung nennt ihn den „Großmeister des Sarkasmus“, einen „grandiosen Mimen“ und den „immer noch zu entdeckenden wichtigsten Autor von Kabaretttheater“ und preist das neue Programm als „ein Meisterwerk der satirischen Hochkomik“. Der 65-Jährige bezeichnet sich selbst als „landesüblich sozialisiert über katholischen Kindergarten, Volksschule, humanistisches Gymnasium, Sportverein und Ministrantendienst“.

Seine zahlreichen Programme und er selbst wurden mehrfach ausgezeichnet, in jüngster Zeit mit dem Bayerischen Kulturpreis und 2017 mit dem Großen Karl-Valentin-Preis. Sigi Zimmerschied ist Autor diverser Bücher, zuletzt 2017 des Romans „Der Komparse“, Darsteller in zahlreichen Fernsehproduktionen wie „Polizeiruf“, „Tatort“ und „Unter Verdacht“. Außerdem wirkte er in Filmen mit wie etwa bei Markus H. Rosenmüllers „Räuber Kneißl“ und „Perlmutterfarbe“, in „Sau Nummer vier“, „Eine ganz heiße Nummer“ sowie in den verfilmten Niederbayern-Krimis von Rita Falk.

Er lebt als Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und Autor in Passau und München.